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Raw Vision News - Dr Leo Navratil 1921 - 2006

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  Dr Leo Navratil 1921 - 2006
   
 

Dr Navratil was the founder of the Haus der Kunstler (artists' house) at Gugging. He initially gave his patients cards on which to draw human figures, using the results as an aid to his diagnosis of their condition. Not only did he observe how the depictions varied according to differing mental sates but he also became aware of the power and quality of works produced by some of his patients. He realised that among them there were some who were remarkably talented and they eventually became the nucleus of the little community he was able to establish at the hospital in Gugging. He became a hugely influential figure in the field of Art Brut and psychiatry was the author of a considerable body of authoritative works. Just this summer he was present at the inauguration of the new Guggung Museum of Art Brut where he received a lengthy ovation.
Full obituary in the next issue of RAW VISION

Raw Vision articles:
http://www.rawvision.com/back/psychiatry/navratil.html http://www.rawvision.com/back/navratil/navratil.html

   
   
  more tributes to Dr Leo Navratil:
   
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Dr Johann Feilacher writes:
Guten Morgen, Herr Primar!³, rief der Zeichner Fritz Koller laut Prim. DDr. Leo Navratil entgegen und beeilte sich zu dessen Auto zu gelangen, um die Tasche des Primars in dessen Büro zu tragen. Eine morgendliche Tradition, die Navratil die Zuneigung seiner Schützlinge³ zeigte. Das Zentrum für Kunst-Psychotherapie³ war der Höhepunkt der Entwicklung, die 25 Jahre zuvor begonnen hatte. Ein Haus, in dem er endlich bessere Bedingungen für seine Schützlinge fand und ihnen ein besseres Leben³ bieten konnte.

³Im Herbst da reiht der Feenwind...³ hatte Ernst Herbeck seinem Psychiater Navratil in den sechziger Jahren des 20. Jh. auf ein postkartengroßes Papier geschrieben. Die Zuwendung des Arztes zu seinem Patienten, der kaum sprechen konnte, in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Gugging³ zeigte Navratil die außergewöhnlichen Talente dieses und anderer seiner Pfleglinge. Unter noch schwierigsten Bedingungen der damaligen Psychiatrie schuf Navratil Inseln der Kreativität, der Vertrautheit und der menschlichen Akzeptanz. Er behielt diese Entdeckungen nicht für sich, sondern publizierte sie, zeigte in der breiten Öffentlichkeit, was auch von Menschen mit schweren und chronischen psychischen Problemen geleistet wurde. Er versuchte in die Materie der Kunst einzudringen und den Stellenwert der entstandenen Werke zu verifizieren, indem er sich an Jean Dubuffet, Arnulf Rainer und andere Künstler wandte. Oft von seinen Kollegen belächelt, auch angefeindet, stand er zu seinen Künstlern, stellte ihre Werke in Galerien und später in Museen aus. Erst dann kam die Anerkennung in eigenen Kreisen. Auch nach seiner Pensionierung 1986 war Navratil publizistisch tätig und niemals im Ruhestand³. August Walla und seine Gugginger Methode³ waren wesentliche Themen.

Obwohl ihm die weitere Entwicklung in Gugging lange störte, kam Navratil letztendlich in den letzten Jahren wieder zufrieden dorthin zurück. Er übergab seinem Nachfolger sein Archiv zur weiteren Aufarbeitung. Die Gründung des Museum Gugging, das in seiner ersten Ausstellung auch viele Werke der Gugginger Künstler aus der Frühzeit Navratils präsentiert, brachte dem inzwischen 85-jährigen vielfach geehrten großen Mann des grenzüberschreitenden Gebietes zwischen Kunst und Psychiatrie die wohlverdiente Anerkennung durch einen Applaus während der Eröffnung, der nicht aufhören wollte. Er konnte noch einmal diese Zustimmung selbst erleben und sehen, dass das, was er initiierte, nicht nur hier weiterlebt und erhalten bleibt, sondern einer größeren Öffentlichkeit, als er je gedacht hatte, permanent präsentiert wird. In den folgenden Wochen stattete Navratil dem Museum mehrmals private Besuche ab.

Leo Navratil hat in der Aufbruchstimmung der Psychiatrie der siebziger Jahre des 20. Jh. wesentlich zur positiveren sozialen und persönlichen Akzeptanz von Menschen mit besonderen Bedürfnissen beigetragen und er hat neue Höhepunkte österreichischer Kunst gefördert und ins r echte Licht gerückt. Ein Lebenswerk, das nicht hoch genug bewertet werden kann.

Die feierliche Beisetzung findet am Freitag, den 29. September um 10.00 Uhr am Friedhof Gersthof, 1180 Wien, Möhnergasse 1 statt.

Art / Brut Center Gugging
Museum / Galerie / Atelier / Haus der Künstler
T +43 664 8490695, F +43 2243 87172
Hauptstraße 2, 3400 Maria Gugging, Austria
www.gugging.org

   
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